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Besuch zum Notruftag in der Leitstelle des Kreises Olpe



Es sind nur drei Ziffern, die über Leben und Tod entscheiden können. Die Zahl 112 steht in ganz Europa für den kostenlosen Notruf aus jedem Telefonnetz. Am anderen Ende der Leitung antwortet immer die rettende Stimme aus der nächstgelegenen Notrufzentrale.

Um auf die Bedeutung der Rufnummer und das korrekte Verhalten im Notfall aufmerksam zumachen, gibt es seit 2009 den Europäischen Tag des Notrufs am 11.2.

Der Notruf 112 ist nicht nur ein Symbol für Hilfe in ganz Europa. Er führt in Deutschland auch die Feuerwehren und Rettungsdienste in den Leitstellen zusammen. Wer in Bamenohl den Notruf wählt, spricht mit einem Disponenten in der Kreisleitstelle Olpe, die rund um die Uhr besetzt ist. Die Notrufe werden nach einem strukturierten Frageschema bearbeitet und anschließend die nach Einschätzung des Disponenten erforderlichen Hilfskräfte alarmiert. Während sich die Einsatzkräfte auf der Anfahrt befinden, kann der Mitarbeiter bei Bedarf Erste-Hilfe-Hinweise an den Anrufer weitergeben.

Für den Notruftag waren wir zu Besuch in der Kreisleitstelle Olpe bei Disponent Peter Schaumann, der auch Mitglied der Löschgruppe Bamenohl ist.

Durch eine unscheinbare weiße Tür mit der Aufschrift „Kreisleitstelle“ betreten wir das Kreishaus in Olpe. An diesem Tag hat Schaumann mit zwei weiteren Kollegen Dienst. Vor uns stehen fünf Arbeitsplätze mit jeweils fünf Bildschirmen und einem Touchbildschirm.

Schon nach kurzer Zeit geht ein Notruf ein. „Feuerwehr und Rettungsdienst, wo ist der Notfallort?“ - So meldet sich der Disponent am Telefon. Für ihn ist es wichtig, zuerst die Adresse zu erfragen für den Fall, dass das Gespräch abbricht. „Was ist passiert, wer ruft an, wie viele Personen sind betroffen? - Die W-Fragen arbeitet er nacheinander ab. Der Anrufer meldet eine gestürzte Person.
Am Einsatzleitrechner gibt Peter Schaumann die Adresse und ein Einsatzstichwort ein. Daraufhin schlägt der Computer den nächstgelegenen Rettungswagen vor. In weniger als einer Minute sind die Helfer alarmiert und unterwegs.

Auf dem Bildschirm blinkt es, der Rettungswagen hat den „Status 3“ abgesetzt. Er ist also unterwegs zum Einsatzort. Nach wenigen Minuten sehen wir den „Status 4“. Der Rettungswagen ist am Einsatzort angekommen.

Mehrere hundert Anrufe gehen pro Tag bei der Leitstelle in Olpe ein. Ein Feuerwehreinsatz findet während unseres Besuches nicht statt. „Die meisten Einsätze“, so Schaumann, „sind für den Rettungsdienst.“
Aber auch Krankentransporte und Katastrophenschutzeinheiten werden von hier aus an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr disponiert.

Der scheinbar ruhige Job kann aber auch sehr anstrengend werden. Manche Anrufer sind so aufgeregt, dass man sie kaum verstehen kann und sie erst einmal beruhigt werden müssen. Trotzdem muss Schaumann innerhalb von wenigen Sekunden entscheiden, welche Maßnahmen getroffen werden. Bis zum Eintreffen des Notarztes oder des Rettungswagens muss er sich in den Anrufer hineinversetzen, da er die Situation nicht selber sehen kann.

Für uns war es ein äußerst interessanter Nachmittag und spannend zu sehen, was sich hinter der Stimme am Funk verbirgt. Wir bedanken uns recht herzlich bei unserem Kameraden Peter Schaumann für die tolle und umfangreiche Führung!



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Veröffentlicht
00:00:00 11.02.2017