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ABC Einsatz Kreis Olpe

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ABC-Schutzkonzept im Kreis Olpe
- Entwurf -
Vom Arbeitskreis ABC – Dekon (Dekontamination) wurde ein Vorschlag erarbeitet, um den
Feuerwehren im Kreis Olpe die Möglichkeit zu geben, die für den ABC - Einsatz in den
Kommunen vorgehaltenen Fahrzeuge und Geräte zu bündeln und darüber hinaus ein
kreisweites Konzept unter Berücksichtigung der vorhandenen Einsatzmittel unter dem
Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit zu erarbeiten. Dieser Vorschlag geschieht in Anlehnung
an das im Entwurf vorliegende ABC-Schutz-Konzept des Landes Nordrhein-Westfalen
„Messzug NRW“ vom 31.03.2009. Somit soll sichergestellt werden, dass bei Ausdehnung
solch eines Schadensereignisses und unter Berücksichtigung eines Einsatzes auch
überörtlicher Einheiten aus NRW es zu einer Einsatzstellenorganisation im Sinne der
Feuerwehr-Dienst-Vorschrift 500 >Einheiten im ABC-Einsatz< kommt.
Die Gefahrenabwehr verbunden mit einem Freisetzen von ABC - Gefahrstoffen ist im Sinne
des § 1 Abs. 1 FSHG eine Aufgabe der Gemeinden. Die Bekämpfung solcher Gefahren bei
Bränden oder bei Technischen Hilfeleistungen obliegt den Feuerwehren. Bei
Großschadensereignissen im Sinne § 1 Abs. 3 FSHG liegt die Zuständigkeit bei den Kreisen
und kreisfreien Städten.
Bei Freiwerden von ABC-Gefahrstoffen können Einsatzkräfte aber auch Dritte gefährdet
werden. Daher muss die örtliche, kommunale Feuerwehr, auch bei evtl. noch unvollständigen
Messergebnissen, vorsorgliche Maßnahmen treffen, um eine weitere Gefährdung so gering
wie möglich zu halten. Durch geeignete Nachweismethoden und Messmöglichkeiten müssen
die Feuerwehren grundsätzlich in der Lage sein, einen bestehenden Anfangsverdacht über
einen ABC-Gefahrstoff und dessen Ausbreitung zu bestätigen (verifizieren) und zu
konkretisieren. Die ermittelten Ergebnisse sind für den Einsatzleiter ein Teil der
Entscheidungskriterien zur Auswahl geeigneter einsatztaktischer Maßnahmen zum Schutz
von Mensch und Umwelt.
Daher sind in jeder Feuerwehr Geräte und Einsatzmittel vorzuhalten, die eine
Mindestausstattung darstellen (s.u.).
Darüber hinaus sollten zusätzliche Einsatzeinheiten für die Gefahrenabwehr bei einem ABCEinsatz
aufgestellt werden, z. B. „Umweltzüge“, getrennt nach den Einsatzbereichen „Bigge“
und „Lenne“ und zusätzlich zur Koordinierung bei größeren und Großschadensereignissen
eine „Kreis“einheit (GW-Mess) >Messleitwagen<, die den Abschnitt Messen führt, die
Messergebnisse bündelt, nach Möglichkeit interpretiert und somit dem Einsatzleiter Kriterien
an die Hand gibt, um Einsatzentscheidungen auf Grundlage von Messergebnissen
vornehmen zu können.

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Mindestausstattung der kommunalen Feuerwehren (Gruppenstärke)
Atomare Strahlung Biologische Stoffe Chemische Stoffe
Schutzkleidung
4 Stück Schutzkleidung Form 1 nach 4 Stück CSA-Anzüge
FwDV 500, alternativ 4 Stück Typ Tychem TK s. Anlage
Flammschutzhauben mehrlagig
6 Stück ABC-Schutzanzüge s. Atomare Strahlung s. Atomare Strahlung
Typ Pro Chem II F s. Anlage
pro Löschzug mit Taschen für
Dosiswarngeräte
Messgeräte
10 Stück Personendosimeter 1 Stück Probeentnahmeset 1 Stück Dräger Xam 2000 mit
(Filmplakette) s.Anlage Zubehör (Messzellen: Ex, O2,
(alle am Einsatz beteiligten Personen Co, H2S) Mehrgasmessgerät
benötigen einen Personendosimeter)
5 Stück Dosiswarngeräte 1 Stück Dräger Chip
Messsystem s. Anlage
1 Stück Dosisleistungswarngerät
1 Satz Dräger Prüfröhrchen mit
2 Stück Dosisleistungsmessgeräte Handpumpe s. Anlage
1 Stück Kontaminations - 1 Stück Dräger Xam 7000
nachweisgerät (Messzellen: N.N.)
Mehrgasmessgerät

Die Anzahl von 6 Stück umluftunabhängigen Atemschutzgeräten und 6 Stück Schutzanzügen
Typ Pro Chem II F sind einmalig vorzusehen, da nicht davon auszugehen ist, dass
gleichzeitig an verschiedenen Orten der Kommune ABC-Einsätze notwendig werden.
Nach eingehender Prüfung der verschiedensten Messgeräte und nach Rücksprache mit den
Leitern von Messzügen großer Berufsfeuerwehren hat sich der Arbeitskreis auf die
Strahlenmessgeräte der Firma Automess und im Bereich der Chemischen Stoffe auf die
Geräte der Firma Dräger geeinigt. Diese Geräte sind, was das Preis- Leistungsverhältnis
angeht, nach Auskunft der Fachleute, die für die Feuerwehren am besten einzusetzenden
Geräte. Um eine Einheitlichkeit auch bei der Ausbildung zu erreichen, sollten daher diese
Gerätetypen im Zuge der Ersatzbeschaffung angeschafft werden.
Die Art und der Umfang der Messgeräte richtet sich nach den Mess-Strategien wie sie in der
vfdb-Richtlinie 10/01 sowie 10/05-T1 beschrieben sind.


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Bei der Vielzahl der Gerätewagen Gefahrgut (7 Stück) im Kreis Olpe, war sich der
Arbeitskreis einig, dass solch eine hohe Anzahl von Sonderfahrzeugen für die ABCSchadensbekämpfung
nicht notwendig sei. Es ist daher aus Sicht des Arbeitskreises
durchaus denkbar, dass pro Einsatzbereich (Bigge / Lenne) ein „Umweltzug“ ausreichend ist,
der noch zusätzliche Materialien mit sich führt, um die örtliche Einsatzleitung mit
Fachpersonal und entsprechendem Gerät zu verstärken (siehe Umweltzug Stadt Lennestadt
im Bereich „Lenne“). Der Aus- und Fortbildungsbedarf sowie die wirtschaftlichen Belange der
Kommunen würden somit auch reduziert bzw. berücksichtigt.
Erweiterte Ausstattung „Umweltzug“ „Bigge“ und „Lenne“ (Mindestausstattung)
Atomare Strahlung Biologische Stoffe Chemische Stoffe
12 Stück ABC-Schutzanzüge 10 Stück Infektionsschutz- 4 Stück CSA-Schutzanzüge
(Einmalanzüge) mit Taschen anzüge Typ Tyvek Classic Plus Typ Tychem TK s. Anlage
für Dosiswarngeräte
Typ Pro Chem II F s. Anlage
10 Stück Personendosimeter 1 Stück Probeentnahmeset 1 Stück Dräger Xam 2000 mit
Sicherungs- und Transportbehälter Zubehör (Messzellen: Ex, O2,
5 Stück Dosiswarngeräte Co, H2S) Mehrgasmessgerät
2 Stück Dosisleistungswarngeräte 1 Satz Chip- Mess und
Prüfröhrchen mit Handpumpe
1 Stück Dosisleistungswarngerät
1 Stück Xam 7000
1 Stück Kontaminations- Messzellen:
nachweisgerät Mehrgasmessgerät
1 Stück Gerätewagen oder Abrollbehälter Gefahrgut nach DIN 14555-12
Mindestens 6 Stück Atemschutzgeräte
Sollten Teile der Schutzkleidung und der Messgeräte schon in der Normbeladung enthalten
sein, entfallen die in der Tabelle aufgeführten Teile. Der „Umweltzug“ kann von einer
Feuerwehr oder aus Komponenten verschiedener Feuerwehren in dem zuständigen
Einsatzbereich zusammengestellt werden (s. Umweltzug Stadt Lennestadt).


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Umweltzug Stadt Lennestadt
Freiwillige Feuerwehr Lennestadt
Umweltzug - Übersicht
Zugführer: Stbi Andreas Schürmann ( Me. 221 )
stv. Zugführer: BOI Dieter Schulte ( Me. 231 )
Stand: 04/2009
Fahrzeuge
Mannschaften : LG. Grevenbrück , Elspe, Bilstein, ( Melderschleife: 200 )
Stärke: 30 Fm (SB)
5-11-02
ELWGrevenbrück
5-11-03
ELWElspe
5-42-04
LF 8/6
Grevenbrück
5-42-06
LF 8/6
Elspe
5-54-01
GWG II
Grevenbrück


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GW-Mess >Messleitwagen<
Entsprechend den Alarmstichworten ab ABC 3 wird die Einsatzstelle in verschiedene
Abschnitte aufgeteilt. Es wird somit ein separater Abschnitt Messen eingerichtet. Um diesen
Bereich materiell und personell zu besetzen wird zu dem vorhandenen Gerätewagen
Messtechnik (Landeszuweisung) ein Messleitwagen eingeführt (derzeitiger Gerätewagen
Atemschutz). Diese Einsatzmittel stehen dann auch für die Abarbeitung von
Großschadensereignissen und für den überörtlichen Bedarf zur Verfügung. Die Besatzung
des Fahrzeugs ist 1/1/3/5.
Zusatzausstattung zur Abwehr von ABC Einsätzen im Kreis Olpe
Atomare Strahlung Biologische Stoffe Chemische Stoffe
15 Stück ABC Schutzanzüge 10 Stück Infektionsschutzanzüge (siehe Atomare Strahlung)
mit Taschen für Dosiswarn- Typ Tyvek Classic Plus
geräte Typ Pro Chem II F s. Anlage
20 Stück Personendosimeter 2 Stück Probeentnahmesets 2 Stück Dräger X- am 2000 mit
(Filmplaketten) Sicherungs- und Transportbehälter? Zubehör (Ex, O2, CO, H2S)
5 Stück Dosiswarngeräte 1 Satz Dräger Chip-Messsystem
1 Stück Dosisleistungswarngerät 1 Stück Handpumpe mit
Zubehör und Simultantest-
2 Stück Dosisleistungs- Adapter
messgeräten
1 Stück Dräger X- am 7000 mit
PID-Sonde, Infrarot-Sensoren
1 Stück Kontaminations- CO, H2S, Ex usw. mit Drucker

Nachweisgerät
1 Stück Teletektor Sonde

Zusatzausstattung
Schnelltestset
PC-System mit Drucker/Fax,
Internetzugang und Gefahrgutliteratur,
Fachsoftware: Data CC-Vision,
Software zur Darstellung der Ausbreitung von Gefahrstoffwolken,
Wetterstation auf Schiebemast
6 Stück Handfunkgeräte
Mobiltelefon
3 kVA Stromerzeuger zur Stromversorgung an der Einsatzstelle
Navigationsgerät
Hygieneboard
Fernglas
Fernthermometer
Probenahmekoffer
Handwindmesser
Aufgaben: Der Messleitwagen unterstützt die örtlichen Messtrupps und Messfahrzeuge und
koordiniert deren Einsatz. Der Messleitwagen bildet mit den örtlichen Messtrupps und


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Messfahrzeugen den „Messzug“ Kreis Olpe (Messzug NRW nach Alarmstichwort ÜMessen
1). In Anlehnung an den Entwurf des Messzuges NRW. Der Führer des Messleitwagens
übernimmt den Einsatzabschnitt „Messen“ als verantwortlicher Abschnittsleiter. Die
Besatzung des Messleitwagens besteht in der Regel aus einem Führer (Zugführer mit ABCAusbildung)
und fünf Einsatzkräften 1/1/4/6. Der Einsatzabschnittsleiter (EALtr.) „Messen“ ist
für die ordnungsgemäße Durchführung aller Messaufgaben zuständig.
Die Anzahl der erforderlichen Messeinheiten (Messtrupps und Messfahrzeuge) hängt im
Wesentlichen vom Ausmaß des ABC-Schadensereignisses ab.
Abrollbehälter AB Atem- / Umweltschutz

Fahrzeugbeschreibung:
Der AB Atem-/Umweltschutz unterstützt die Einsatzleitung mit dem Nachführen von
Atemschutzgeräten, Reserveflaschen und zusätzlicher Schutzkleidung bei ABC-Einsätzen.
Darüber hinaus führt er techn. Gegenstände zur Einrichtung einer Atemschutzsammelstelle
mit. Sollte die örtlich vorgehaltene Anzahl an Schutzkleidung bei Einsätzen nicht ausreichen,
so kann der Abrollbehälter durch die Einsatzleitung nachalarmiert werden. Die Besatzung ist
0/1/2/3.
Auszüge aus der Beladung:
Schiebemast und Wetterstation,
4 Stück Handfunkgeräten,
Umfeldbeleuchtung
Einsatzstellenbeleuchtung Power Moon,
13 kVA Stromerzeuger
30 Stück Atemschutzgeräte mit Reserveflaschen
50 Stück Atemfilter Typ ABEK2-P3
30 Stück ABC-Schutzanzüge mit Taschen für Dosiswarngeräte Typ Pro-Chem II F
6 Stück Chemikalienschutzanzüge Typ Tychem TK
30 Stück Infektionsschutzanzüge Typ Tyvek Classic Plus


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Dekontamination
Jede gemeindliche Feuerwehr muss in der Lage sein, bei einem ABC-Einsatz mindestens
eine Not-Dekontamination durchzuführen.
Definition nach FwDV 500: „Sofort ab dem Einsatz des ersten Trupps im Gefahrenbereich
sicherzustellen! Notwendig z. B. bei Beschädigung der Schutzausrüstung, bei
Kontamination der Haut, bei Atemluftmangel oder bei Verletzungen, die sofort
behandelt werden müssen.“
Sollten größere Dekontaminationen auch von Betroffenen oder Verletzten notwendig sein,
werden diese von der Feuerwehr der Stadt Attendorn durchgeführt. Die Dekontamination von
Einsatzkräften oder unverletzten Betroffenen wird von der Besatzung des Dekon-LKW
(Personen) durchgeführt. Die Dekontamination von verletzten Personen von der Besatzung
des -V-Dekon des Landes. Diese Einheiten werden nach dem Konzept des Landes
„Dekontamination“ ausgebildet und eingesetzt.


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Kostenaufstellung der Ausrüstungsgegenstände für ABC Einsätze:
Bei den Preisangaben handelt es sich um Listenpreise mit Stand 05/2009
Stückpreis
Techn. Ausstattung
Bio Probeentnahmeset ca. 250 €
Schutzkleidung
Chemikalienschutzanzug Typ Tychem TK 1500€
Infektionsschutzanzug Typ Tyvek Classic Plus 7€
ABC-Schutzanzüge mit Taschen für Dosiswarngeräte Typ Pro-Chem II F
mit Handschuhen Butoject, Stiefelsocken, Butyl Gesichtsmanschette 100€

Messgeräte
6 Stück amtliche Dosimeter (Filmplaketten)
6 Stück Dosiswarngerät ALADOS-F
1 Stück Dosisleistungswarner 6126B
2 Stück Dosisleistungsmessgeräte 6150 AD
1 Stück Kontaminationsnachweissonde 6150- AD-K
Gesamtpreis: ca. 9700€
1 Stück Teletektorsonde 2100€
1 Stück Teletektorkoffer 320€
Dräger X-am 2000 mit Zubehör 950€
Dräger X-am 7000 mit Zubehör 3500€
Dräger CMS mit Messchips lt. Liste 2700€
Dräger Gasspürpumpe mit Prüfröhrchen lt. Liste 1300€
Preise zzgl. MwSt.


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Auszug aus dem Landeskonzept >>Verletzten Dekontaminationsplatz 50 NRW<<
Einsatzstellenorganisation


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Führung (blau)
Dekon-Sichtung (rot)
V-Dekon „liegend“ (grün)
V-Dekon „gehfähig“ (gelb)
Auszug aus dem Landeskonzept >>Verletzten Dekontaminationsplatz 50 NRW<<
Einsatzstellenorganisation
 
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Veröffentlicht
09:54:45 30.12.2010