Chronik

Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Finnentrop, Löschgruppe Bamenohl

Eine der größten Errungenschaften des Menschen war, das er lernte, sich das Feuer dienstbar zu machen.

Bei der Zubereitung der Nahrung, bei der Rodung des Waldes, beim Verformen von Metallen und vielen anderen Anforderungen wurde es zum unentbehrlichen Helfer des Menschen in seiner Entwicklung bis zur heutigen Zivilisation.

Doch zum ärgsten Feind konnte das Feuer werden, wenn es sich der Gewalt und Kontrolle des Menschen entzog und ungebändigt seine Behausungen, Felder und Wälder verwüstete. So war es natürlich, dass der Mensch Mittel und Wege suchte, sich und seine Umwelt vor Feuersbrünsten zu schützen.

Schon vor 2000 Jahren kannte man die Druckpumpe und auch chemische Löschmittel. Doch gingen diese Kenntnisse, wie so vieles, im Laufe der Zeit wieder verloren. Erst im 15. Jahrhundert verwendete man die ersten Löschspritzen, 200 Jahre später den Windkessel und den Druckschlauch.

Mit der Erfindung der Dampfmaschine und der damit fortschreitenden Technisierung bildeten sich die ersten Freiwilligen und Berufsfeuerwehren der neueren Zeit, die mit der Dampfspritze und ab etwa 1890 mit den ersten 4-PS-Benzinmotorspritzen das Feuer wirkungsvoller bekämpfen konnten.

Für das Herzogtum Westfalen galt eine Feuer- und Löschordnung des Kurfürsten Maximilian Franz vom 07.08.1784, wonach alle wehrfähigen Bürger einen ledernen Feuereimer anschaffen und diesen bei Ertönen der Feuerglocke an die Brandstätte bringen mussten.

Alle Bürger die beim Brand nicht helfen konnten, mussten wassergefüllte Bütten vor ihr Haus an die Straße stellen.

Durch die Elektrifizierung der Haushalte entstanden neue Gefahrenquellen. Schlechte Isolierung und zum Teil unsachgemäße Reparaturen hatten manchen Brand zur Folge.

Gesetzliche „Feuerordnungen“ und Erlasse führten im 19. Jahrhundert zur immer besseren Organisation im Feuerschutz- und Löschwesen. Um die Jahrhundertwende stellten bereits etliche Dörfer und Städte freiwillige Feuerwehren auf. Die technische Ausrüstung wurde im Laufe der letzten Jahrzehnte immer vollkommener, sodass große Brandkatastrophen seltener wurden.
Die Umstellung von der Fachwerk- auf Massivbauweise mit Ziegelbedachung verringerte die Gefahrenquellen wesentlich.

Auch Bamenohl blieb von Bränden nicht verschont. Im Jahre 1910 wurde das Haus August Heine durch Feuer zerstört. Im Herbst des gleichen Jahres brannte das Wohnhaus Wilhelm Schöttler ( Köhlers ) durch Funkenflug der Kalkwerksbahn bis auf die Grundmauern ab. Waldbrände kamen immer wieder vor.

Am 28. Oktober 1936 entstand ein Brandschaden an der Schützenhalle, der von der Feuersozietät auf RM 1281,– festgesetzt wurde. 

Alle diese Brände wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Finnentrop bekämpft, in deren Reihen auch Feuerwehrleute aus Bamenohl standen. Fritz Vetter und Robert Adam aus Bamenohl führten zeitweise die Finnentroper Wehr.

Die Dörfer Finnentrop, Bamenohl und Weringhausen wurden größer, sodass man 1935 die „Freiwillige Feuerwehr Bamenohl“ gründete.

Erster Brandmeister wurde Josef Zimmermann. Unter seiner Führung entstand eine Wehr, die mit einfachsten Mitteln und Geräten dem „roten Hahn“ trotz bieten konnte. Die junge „Freiwillige Feuerwehr Bamenohl“ ging mit Begeisterung an ihre Aufgabe. Unter der fachkundigen Leitung  von Brandmeister Zimmermann wurde ausgebildet und geübt. Bereits im Oktober 1935 konnten die späteren BrandmeisterJohannes Feldmann und Paul Schulte einen „Löschmeisterlehrgang“ in Münster mit Erfolg absolvieren.

Eine von der Finnentroper Feuerwehr übernommene 2-Zylinder-Saug- und Druckpumpe, hergestellt 1910 in Köln, leistete 375 l/min. Die Pumpe, fahrbar und mit Halterungen für Schläuche und einer Haspel bestückt, stand bis 1960 im Feuerwehrgerätehaus in Bamenohl und ist heute im Städtischem Museum in Lüdenscheid zu sehen.

Um den Feuerwehrleuten und ihrem Gerät ein zu Hause zu geben, wurde am 12. November 1936 in einer Vorstandssitzung des Schützenvereins folgendes verhandelt und beschlossen:

„Der Schützenvorstand ist damit einverstanden, dass ein Feuerwehrgeräteraum nebst Steigerturm an der im Antrag der Gemeinde näher bezeichneten Stelle errichtet wird. Die Genehmigung wird auf 20 Jahre vom Tage der Fertigstellung des Gebäudes an gerechnet gegen einen jährlichen Pachtpreis von RM 8,- erteilt. Ein ordnungsgemäßer Pachtvertrag ist abzuschließen“.

gez.:
Feldmann-Adam-W.Schöttler-Rabe-Tönnesmann

Der geforderte Pachtvertrag wurde am 3. Mai 1938 zwischen dem Schützenverein Bamenohl e.V. und der Gemeinde Schönholthausen abgeschlossen.

Im zweiten Weltkrieg war der Brandschutz nötiger denn je. Da jedoch viele Feuerwehrleute zur Wehrmacht eingezogen waren, hielt eine mehr oder weniger von den Behörden aufgestellte Wehr die Brandwache aufrecht. 

In den Jahren 1946/1947 begann man mit dem Wiederaufbau der eigentlichen Freiwilligen Feuerwehr Bamenohl. Unter dem Ehrenbrandmeister Josef Zimmermann und dem Brandmeister Paul Schulte zog die Feuerwehr wieder in das alte Feuerwehrhaus auf dem Schützenplatz ein.

Im Jahre 1949 erhielt die Wehr endlich einen Geräteanhänger mit einer Motorpumpe TS 8. Damit wurde sie entschieden schlagkräftiger und konnte wieder bei ungezählten Waldbränden, Unwetter und Unfällen in Bamenohl und den Nachbarorten helfen.

Mit Karl-Josef Vollmert, welcher 1964 Heinrich Vierschilling als Brandmeister ablöste, hatte die Feuerwehr neben anderen zwei schwere Haus- und Werkstattbrände zu bekämpfen. 

Nach Anschaffung einer neuen Pumpe TS 8 mit einem Ford-Transit-Mannschaft- und Gerätewagen im Jahr 1965 wurde die Wehr mobiler. 

1968 konnte sie in das neue Feuerwehrhaus mit Schulungsraum in die Uferstraße umziehen.

Auch die „Löschgruppe Finnentrop II“, wie die offizielle Bezeichnung der Feuerwehr Bamenohl seit der kommunalen Neuordnung lautet, überall dort im Einsatz, wo es zu helfen gilt. Neben zahlreichen anderen Einsätzen hatte die Feuerwehr Bamenohl innerhalb kürzester Zeit auch zwei schwere Haus und Werkstattbrände zu bekämpfen.

Kaum war die Löschgruppe im neuen Gerätehaus an der Uferstraße eingezogen, kam wieder ein schwerer Einsatz auf die Mannschaft um Karl-Josef Vollmert zu. Der Bauernhof Arens in Weringhausen brannte.

Weitere große Schadensfeuer und Hilfeleistungen folgten:

  • 07.12.1973 Dachstuhlbrand Res-Rabe in Bamenohl
  • 09.05.1976 Brand bei der Schreinerei Heine in Bamenohl
  • 06.02.1980 Hochwasser in Bamenohl (Einsatzdauer 35 Stunden)
  • 09.05.1980 Brand bei der Kistenfabrik Wendel-Schulte in Bamenohl

Am 20.09.1980 wurde von der Gemeindeverwaltung ein neues Fahrzeug für die Löschgruppe Bamenohl bereitgestellt. Ein um- und entsprechend ausgebauter Ford Transit mit einer herausnehmbaren Pumpe welches nun 6 Kameraden zur Einsatzstelle beförderte.

Am 13.08.1982 bekam die Bamenohler Wehr ein weiteres Fahrzeug ein aus Katastrophenschutz-Beständen gekauftes LF 16 TS, einen Magirus Merkur mit 125 PS und 7,5 to zulässigem Gesamtgewicht. Dies war das erste Fahrzeug der Löschgruppe, mit dem 9 Kameraden zu Einsätzen ausrücken konnten.

Den 29.06.1983 wird Werner Schulte aus Weringhausen wohl nicht vergessen. Seine Scheune stand hell in Flammen.

Zu einem weiteren Einsatz-Marathon kam es beim Hochwasser in Bamenohl am 20.01.1986, bei dem die gesamte Einsatzdauer 26 Stunden betrug.

Die Jugendfeuerwehr der Gemeinde Finnentrop wurde offiziell am 01.06.1988 gegründet, bei der auch drei Jugendliche aus Bamenohl dabei waren. Die Jugendfeuerwehr hat es sich zum Ziel gemacht, Jugendliche zwischen zehn und siebzehn Jahren mit Spiel und viel Spaß an das „Feuerwehrleben“ heranzuführen. Dazu gehört natürlich auch ein gewisser Teil an theoretischer und praktischer Ausbildung.

Der nächste Umzug der Löschgruppe Bamenohl in Ihr neues Domizil an der Bamenohler Str.77 erfolgte am 02.06.1989. Die Firma Schmitz & Brill benötigte den Platz an der Uferstraße zur Erweiterung ihres Betriebes. Es entstand ein Gerätehaus mit einem großem Schulungsraum und drei Fahrzeugboxen sowie einer Einliegerwohnung. Wermutstropfen an der ganzen Sache war allerdings das die Löschgruppe Ihren Park wo das alljährliche Fest der Löschgruppe stattfand verlor.

Der „alte“ Ford Transit wurde innerhalb der Gemeinde Finnentrop verlegt und die Löschgruppe Bamenohl bekam ihr erstes, wasserführendes Tanklösch- Fahrzeug, ein TLF 16/25 mit 2500 Liter Wasser an Bord.

Passend zu dieser technischen Neu-Überholung wurden im September 1989 Funk-Meldeempfänger angeschafft, die eine gezielte Alarmierung ohne Sirene möglich machten. Dementsprechend werden die Einwohner von Bamenohl nicht mehr durch Lärm der Sirenen belästigt.

Am 08.12..1989 wurde von der Gemeindeverwaltung ein weiteres, neues Fahrzeug an die Wehrleute in Bamenohl übergeben. Ein Gerätewagen für Gefahrgut-Unfälle (GWG 3,5to.NRW) wurde angeschafft, um auf Gemeinde-Ebene bei etwaigen Unfällen mit chemischen Stoffen eingesetzt werden zu können. Die spezielle Ausbildung für dieses Fahrzeug hatten im Jahr 1989 zwölf Kameraden absolviert.

Am 11.05.1991 richtete die Löschgruppe Bamenohl den alljährlichen Kreisfeuerwehrtag aus, bei dem im Festzug alle Löschgruppen des Kreis Olpe zu sehen war.

Ein weiterer Hochwasser- Einsatz zum Jahreswechsel 1993/94 führte dazu, dass fast alle Löschgruppen aus der Gemeinde Finnentrop im Industriegebiet Frielentrop fest mit anpacken mussten, um Wasserschäden in den einzelnen Betrieben so gering wie möglich zu halten.

Zum 01.01.1994 stand erneut ein Führungswechsel an. Ralf Vollmert übernahm von seinem Vater K-J. Vollmert das Amt des Löschgruppenführers.

Auch unter der neuen Führung wurden die Wehrmänner etliche Male zur Hilfe gerufen.
Am 16.07.1994 stand der Spänebunker des Sägewerks Schulte – Holz in Weringhausen in Flammen.

Am 10.08.1998 kam der erste schwere Einsatz für den Gerätewagen Gefahrgut am Hallenbad „Finto“ im Schulzentrum, wo Chlorgas ausgetreten war und sich großflächig verbreitet hat.

Da die Lenne oft einen sehr hohen Pegel hat, wenn es lange ununterbrochen regnet, wurden die Wehrmänner am 28.10.1998 wieder zu einem 30-stündigem Hochwassereinsatz gerufen.

Der alljährliche Leistungsnachweis der Feuerwehren des Kreises Olpe, bei dem drei feuerwehrtechnische Übungen, ein Staffellauf mit Anlegung von verschiedenen Knoten und Stichen sowie ein theoretischer Teil abverlangt wird, fand am 29.05.1999 auf dem Betriebsgelände der Firma Schmitz und Brill in der Uferstraße statt. Hierzu kamen 43 Löschgruppen aus dem Kreisgebiet nach Bamenohl.

Der gefürchtete Jahreswechsel ins Jahr 2000 wurde unter Einsatzbereitschaft im Gerätehaus verbracht um im Notfall oder bei technischen Problemen schnell handeln zu können. In dieser Nacht rückten die Kameraden der Löschgruppe Bamenohl zum Glück nicht aus.

Im neuen Jahrtausend folgten am 03.07.2000 und am 27.04.2001 Chlorgas-Einsätze im Erlebnisbad „Finto“.

Die Gemeindeverwaltung konnte eine gebrauchte Drehleiter DLK 23/12 von der Berufsfeuerwehr Menden erwerben.
Diese wurde kurz vorher generalüberholt und am 02.09.2001 an die Feuerwehr übergeben.

Stationiert wurde dieses Sonderfahrzeug im Gerätehaus Bamenohl. Mit einer Nenn-Rettungshöhe von 23 Meter bei 12 Metern Ausladung wird dieses Sonderfahrzeug auch überregional eingesetzt.
Aus Platz- und Altergründen wurde der Magirus-LKW aus Bamenohl abgezogen.

Am 27.10.2002 war die Bamenohler Feuerwehr acht Stunden im Dauereinsatz, um Sturmschäden und umgestürzte Bäume zu beseitigen.

Einen weiteren Führungswechsel gab es zum 01.05.2003. Manfred Molitor übernahm das Amt des Löschgruppenführers von Ralf Vollmert, der zeitgleich zum Zugführer des Zuges 1 mit den Löschgruppen Bamenohl, Finnentrop und Heggen ernannt wurde.

Einen großen Schwerpunkt setzt die Löschgruppe Bamenohl auf die Brandschutzerziehung, hierzu werden ein Mal im Jahr jeder Kindergarten zur Feuerwehr eingeladen, wo den Kindern der sichere Umgang mit Feuer und brennbaren Materialien beigebracht wird. Des Weiteren wird einmal im Jahr die Grundschule besucht um auch hier den Kindern den sicheren Umgang mit Feuer beizubringen.

Der nächste Rieseneinsatz hatten die Bamenohler am 18. + 19. Januar 2007 hier wütete Kyril über das Sauerland.
48 Stunden Dauereinsatz waren die Folge hierbei wurden umgestürzte Bäume entfernt, Dächer abgedeckt und vieles mehr.

Es ging dann im August mit einem Hochwasser über zwei Tage weiter mit dem höchsten Pegel der Lenne bisher.

Im Dezember 2007 wurden die Feuerwehren der Gemeinde Finnentrop mit dem Bürgerpreis der Gemeinde geehrt.
Die Feuerwehren der Gemeinde Finnentrop rücken zu zahlreichen Bränden, Verkehrsunfällen oder sonstigen
Hilfeleistungen aus, die an dieser Stelle nicht alle einzeln aufgeführt werden können und sollen.

Seit dem 21.12.2009 ist die Löschgruppe Bamenohl mit Digitalen Meldeempfängern ausgerüstet.

Einen neuen Führungswechsel gab es im Mai 2009 seit dieser Zeit führt Uwe Kammerer die Löschgruppe Bamenohl.

Die bereits 34 Jahre alte Drehleiter der Löschgruppe Bamenohl konnte am 24.07.2013 durch eine 20 Jahre alte, gebrauchte Drehleiter ersetzt werden. Nach einigen Umbauten durch die Löschgruppe, etwa für den Sprungretter und Absturzsicherung, wurde sie am 15.11.2013 eingeweiht.

Ein neuer Schlauchwagen für den Katastrophenschutz konnte am 05.04.2016 in Bonn-Dransdorf vom Bestückungslager des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe abgeholt werden. Der Schlauchwagen wird hauptsächlich zur Wasserversorgung über lange Wegstrecken eingesetzt. Hierzu werden insgesamt 2000 m B-Schlauch mitgeführt.

Ein neues LF20 konnte am 25.08.2017 von einigen Kameraden bei der Firma Rosenbauer in Luckenwalde abgeholt werden. Dieses ersetzt sowohl das Tanklöschfahrzeug TLF16/25 als auch den Gerätewagen – Gefahrgut, da auf dem Fahrzeug eine Grundbeladung zur Abwehr von ABC-Gefahren verlastet ist.

Da die Arbeit bei der Feuerwehr eine vielseitige, abwechselungsreiche Herausforderung ist und „gute, fähige Leute“ immer zu gebrauchen sind, ist jeder Interesierte bei der Feuerwehr herzlich willkommen.
Bei Brand, Unwetter, Ordnungsdiensten und vielen anderen Gelegenheiten, getreu ihrem Wahlspruch;

„GOTT ZUR EHR, DEM NÄCHSTEN ZUR WEHR“

Quelle: Dorfchronik Bamenohl

Die Brandmeister

1935 – 1942
Josef Zimmermann

1942 – 1946
Johannes Feldmann

1947 – 1957
Paul Schulte

1957 – 1964
Heinrich Vierschilling

1964 – 1994
Karl-Josef Vollmert

1994 – 2002
Ralf Vollmert

2003 – 2009
Manfred Molitor

Seit 2009
Uwe Kammerer